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Hassmusik: LSVD kritisiert Deutsche Bahn und Becks

(PRIDE1.de/ml) Ende August wird es in diesem Jahr in München das „Chiemsee Reggae Festival“ geben. Mit von der Partie ist dann auch der jamaikanische Interpret Sizzla, der in der Vergangenheit mit homophoben Songtexten negativ aufgefallen ist.

Der Lesben und Schwulenverband (LSVD) ist gegen den Auftritt und hat nun die beiden Hauptsponsoren des Festivals, die Deutsche Bahn und die Becks Brauerei angeschrieben.
„Wir haben heute an die Geschäftsführung der Bremer Brauerei sowie an den Chef der Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube, geschrieben und darauf hingewiesen, dass wir es sehr problematisch und unverständlich finden, dass die Konzerne sich als Sponsoren dieses Festivals zur Verfügung stellen und damit den Auftritt eines Hasssängers mit ermöglichen. Wir haben beide gebeten, Druck auf den Veranstalter auszuüben, damit dem Hasssänger in Übersee am Chiemsee keine Bühne geboten wird.“, so Klaus Jetz, der Geschäftsführer des LSVD.
In seinem Lied 'Pump up' ruft Sizzla offen dazu auf, schwule Männer zu verbrennen oder zu erschießen. Auch in anderen Songs ruft er zu Mord an Schwulen auf. So heißt es in 'Boom Boom': 'Schwule müssen gekillt werden'. Und in 'Get To Da Point': 'Ich zieh los und erschieß Schwule mit einer Waffe'. Siehe dazu auch beiliegende Informationen.
Sizzla Kalonji hat sich nie überzeugend von diesen Texten distanziert. Zwar unterzeichnete er im April 2007 den sog. 'Reggae Compassionate Act', eine Selbstverpflichtung, keine Hasstexte zur Aufführung zu bringen, doch später hat er immer wieder geleugnet, diese Vereinbarung jemals unterzeichnet zu haben. Zudem bringt er seine Hatesongs immer noch in Europa und in Jamaika zur Aufführung.
Wir sind der Auffassung, dass Interpreten, die solch menschenverachtende Inhalte in ihrem Repertoire führen und die in ihren Hasstexten zum Mord an Minderheiten aufrufen, hierzulande kein Forum geboten werden darf, so der LSVD.
Auch kann es nicht angehen, dass auf hiesigen Bühnen Interpreten auftreten und Geld verdienen, die in ihren Herkunftsländern für Mord und Totschlag geistig mitverantwortlich sind. Von Dancehall-Bühnen herab hetzen Interpreten wie Sizzla mit ihren Hatesongs die Menge auf und sorgen für eine regelrechte Schwulenhatz, der immer wieder (vermeintlich) schwule Männer zum Opfer fallen, heißt es weiter.
Unabhängig davon, ob Sizzla sein homophobes Repertoire beim Chiemsee Reggae Festival zur Aufführung bringt oder nicht, verbietet es sein in Jamaika und andernorts nachgewiesenes Verhalten, ihm in Deutschland einen Auftritt zu ermöglichen. Das ist eine Frage des Anstands und des Respekts vor den Menschenrechten von Schwulen und Lesben in Jamaika.

von inli 19.07.10 12:01, 736 *gelesen