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Auftritt von Sizzla abgesagt

(PRIDE1.de/ml) Die Veranstalter des „Chiemsee Reggae Festivals“ haben den geplanten Auftritt des umstrittenen Reggae- und Dancehall-Sängers „Sizzla“ überraschend abgesagt.

In der Begründung der Veranstalter heißt es, dass die Sicherheit des Festivals durch den Auftritt gefährdet sei. „Der für Sonntag geplante Auftritt von Sizzla musste aus Sicherheitsgründen leider abgesagt werden. Gruppierungen aus dem linksradikalen Spektrum gefährden mit der Anmeldung mehrerer Demonstrationen in unmittelbarer Nähe des Festivalgeländes die Sicherheit der Veranstaltung. Darüber hinaus stellt der Festivalboykott von Bündnis 90/DIE GRÜNEN sowie deren Hinweis auf mögliche Unruhen einen friedlichen und geordneten Ablauf in Frage… Die geordnete und friedliche Durchführung des gesamten Festivals erscheint uns in Gefahr, wenn wir den Auftritt von Sizzla wie geplant durchführen… Diese Unwägbarkeit hat uns, obwohl wir nachhaltig für Kunstfreiheit und gegen Zensur eingetreten sind, letzlich dazu bewogen, das Konzert abzusagen. Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass Künstlern wie Sizzla eine Plattform gegeben werden sollte, im Rahmen der geltenden verfassungsrechtlichen Grundsätze ihre Musik darzubieten.“, so die Veranstalter in einer Mitteilung.
Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen begrüßt die Absage. „Erneut ist es dem friedlichen Engagement der Menschen vor Ort zu verdanken, dass der Hasssänger Sizzla keine Bühne bekommt. Ich freue mich - auch wenn der Veranstalter offenbar immer noch nicht versteht, warum so viele Menschen über seinen Umgang mit den homophoben Äußerungen Sizzlas entsetzt waren. Kunstfreiheit ist ein hohes Gut – aber wenn der Hass sich der Kunst bemächtigt, darf man nicht wortlos zur Seite sehen.

Dieser Erfolg ist insbesondere dem Engagement der Menschen vor Ort in Traunstein und ganz Bayern zu verdanken. Die Anschuldigungen des Veranstalters sind völlig haltlos: Die Polizei hat die geplante Demonstration genehmigt und alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt. Nein: Dem Chiemsee Reggae Summer ist die eigene PR-Nummer über den Kopf gewachsen. Wirtschaftlicher Druck und zivilgesellschaftliches Engagement haben sich ausgezahlt – für die Menschenrechte.“

von inli 28.08.10 19:14, 888 *gelesen