Forum - Diskussion und Aktuelles.
 Du bist hier: Forum -> sport -> Beiträge

DFB würdigt Kampf gegen Homophobie

(PRIDE1/td) Der Deutsche Fußball-Bund hat den Hamburger Carsten Stock mit dem DFB-Ehrenamtspreis 2011 ausgezeichnet und damit dessen jahrelangen Einsatz gegen Diskriminierung Homosexueller gewürdigt.

Stock engagiert sich seit 2004 im schwul-lesbischen Sportverein Startschuss SLSV. Wie der Hamburger Fußballverband HFV mitteilte, hat sich der 42-Jährige 'um die soziale und internationale Integration des Vereins verdient gemacht'. Als Beispiel nannte der HFV zahlreiche von Stock initiierte Werbeaktionen, die humorvoll die Klischees von Schwulen und Fußball überwunden hätten. Stock organisiert außerdem seit 2005 das 'StartschussMasters', ein Hallenturnier für schwule Fußballer, das sich zu einem der größten seiner Art in Deutschland entwickelt hat und Jahr für Jahr auch zahlreiche Teams aus dem Ausland nach Hamburg lockt.

Stock dankte dem DFB und dem HFV, der ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte. 'Im Fußball hat sich viel bewegt', sagte Stock, 'eine solche Ehrung für ein Engagement in einem schwul-lesbischen Sportverein wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen.' Mittlerweile sei es gelungen, Berührungsängste abzubauen. 'Auch wenn die Diskriminierung nicht vollständig überwunden ist: Wir sind mittlerweile in dieser Stadt angekommen', so der 42-Jährige. Das zeige sich immer wieder auch beim StartschussMasters: In den vergangenen Jahren nahmen an der Siegerehrung Funktionäre des Hamburger Fußball-Verbandes sowie Spitzenvertreter der Hamburger Profi-Vereine HSV und FC St. Pauli teil.

Zur Situation schwuler Fußballer in Hamburg erklärte Stock: 'Wir haben mit der Fußball-Abteilung bei Startschuss einen Ort geschaffen, an dem sich diskriminierungsfrei kicken lässt und jeder willkommen ist, der Fußball spielen will, egal wie gut er es auch kann. Bei Startschuss steht der Spaß am Fußball im Mittelpunkt. Im Bereich des DFB sieht es dagegen sehr unterschiedlich aus. Es gibt Spieler, die keine Probleme haben und offen schwul in ihrem Verein Fußball spielen können, andere haben aber immer noch Angst, sich in dem sehr Macho-geprägten Umfeld des Fußballs zu outen. Alleine der Mut, zu sich selbst zu stehen reicht hier nicht aus. Auch die Vereine und Verbände sind gefragt, von sich aus offener mit dem Thema umzugehen und ein entsprechendes Klima zu schaffen.'

von inli 13.02.12 20:29, 881 *gelesen